Barcoding ist die Erfassung eines bestimmten Genabschnittes (DNA) einer jeden Tierart auf der Erde. Durch Unterschiede in diesem Gen können die Forscher allen erfassten Art einen unverwechselbaren Code, ähnlich einem Barcode, zuweisen. Mit diesem lassen sich andere Individuuen der selben Art später eindeutig identifzieren. Das kanadische Projekte iBOL, mit welchem die Münchener Forscher kooperieren, benutzt für die Gen-Identifikation das so genannte
COI-Gen (Cytochrome c Oxidase 1). Es ist in allen Tierarten vorhanden,
unterscheidet sich jedoch von Art zu Art. Da es mit 650 Basen-Bausteinen sehr
kurz ist, kann es leicht und schnell entziffert werden. Paul Hebert, Leiter von iBOL, hat in Kanada ein großes Analyselabor aufgebaut, in dem seine inzwischen 35 Mitarbeiter mit modernsten Sequenzierrobotern Genproben aus aller Welt im Minutentakt aufarbeiten. Die gewonnenen Daten stellt der kanadische Forscher per Online-Datenbank (BOLD, Barcode of Life Data Systems) den beteiligten Forschern zur Verfügung. Analog zur Kriminalistik reichen kleinste Haut-, Haar- oder Gewebeproben für eine Analyse aus. Bei Insekten wird gewöhnlich ein Bein untersucht, so dass das übrige Tier weiterhin als Beleg zur Verfügung steht. Auch Eier oder Larvalstadien von Insekten oder kryptische Arten, die bisher nicht oder kaum bestimmbar waren, lassen sich mit diesem Verfahren eindeutig identifizieren. |





